Ist Dein Kleiderschrank voll und es tummeln sich Kleidungsstücke für gefühlt 7 Frauen, in 5 Größen und 6 Jahreszeiten – nur für Dich ist nichts zum Anziehen dabei?
Im Durchschnitt wird nur 20 % der Kleidung im Kleiderschrank regelmäßig getragen.
Warum ist das so?
In den vielen Jahren meiner Selbstständigkeit als Stilberaterin, habe ich hunderte Garderobenchecks mit Kundinnen durchgeführt, ausgemistet, neue Looks kreiert und ermittelt was wirklich fehlt.
Die Gründe für „Ich hab’ nichts anzuziehen!“ sind fast immer gleich. Egal ob eine Kundin 2 oder 3 Meter Kleiderschrank hat – oder sogar ein ganzes Ankleidezimmer.
In diesem Blogbeitrag verrate ich 6 Gründe und gebe Dir konkrete Tipps, für Verbesserung:
Ein Kleiderschrank voll – und nichts anzuziehen.
Vielleicht erkennst Du Dich in einem oder mehreren Punkten wieder.
1. Du hast deinen Stil noch nicht gefunden.
… Oder aus den Augen verloren.
Trends sind schnelllebig und Du wirst Saison für Saison aufs Neue mit wunderschönen Kollektionen und Trends verführt. Neue Trendfarben, Mustermix, Sneakers in alle Varianten, Marlenehosen, usw.
Ohne sich mit deinem persönlichen Stil, Deinen perfekten Farben und Passformen auseinander zu setzen, wirst Du beim Shoppen keinen Fokus und Überblick haben. Daher ist es „bequem“ immer wieder Kleidungsstücke, die Dir zwar auf den ersten Blick gefallen, allerdings langfristig zum Schrankhüter werden.
TIPP: Jage nicht jedem Trend nach & lerne Dich kennen – was DU möchtest und was DIR wirklich steht.
So wirst Du Dich beim Einkaufen im Überangebot fokussieren und den Überblick behalten. Es landen Kleidungsstücke in Deinem Kleiderschrank, die zu Deiner Persönlichkeit und Deinem Leben passen.
Weitere Inspiration zum „Stil finden“, habe ich in meinem Blogbeitrag zusammen gefasst: (Link zum Beitrag: Den eigenen Stil finden)
2. Du kaufst planlos ein
Ich weiß, es ist verlockend sich im Geschäft oder Online treiben zu lassen und einfach zu kaufen, was einem gefällt.
Wenn Du Dir allerdings einen Kleiderschrank voller Lieblingsteile wünschst – bei dem alles perfekt zusammen passt – dann geht das nicht ohne Plan & Struktur!
Stelle Dir das wie ein 4-Gänge-Menü vor: Du lädst Freunde ein, möchtest ein Menü kochen und alles soll fein aufeinander abgestimmt sein.
Würdest Du einfach in den Supermarkt fahren, ohne Dir vorher ein Rezept zu überlegen, nachzusehen was Du im Vorratsraum hast und welche Zutaten Du benötigst?
Falls Du nicht gerne kochst: Stelle Dir vor, Du möchtest Deine Küche renovieren und umplanen. Was tust Du? Vermutlich lässt Du Dich inspirieren, sammelst Ideen, vermisst die Küche und dann wird geplant.
Bei Deinem Stil und Outfit-Shopping benötigst Du ebenfalls einen Plan:
- Was hast Du bereits im Kleiderschrank?
- Was fehlt Dir – um viele Outfits zu kombinieren?
- Was soll sich „modisch“ verändern / verbessern – wie willst Du wahrgenommen werden?
Mit Plan & Struktur wird „richtig“ geshoppt und einen Kleiderschrank voller Lieblingsteile aufgebaut!
3. Du trägst immer das Gleiche – und von allem zu viel.
Hast Du Dopplungen und Kleidung für alle möglichen Anlässe im Schrank?
Es sammelt sich die 9. dunkelblaue Jeans, das 5. schwarze Kleid, die 6. Übergangsjacke, das 3. Sommer-Hippiekleid, etc.
Letztendlich trägst Du doch immer nur „dieses eine Kleidungsstück“ – weil Du Dich am besten darin fühlst.
Wie enstehen diese Dopplungen im Schrank?
- Weil der Überblick fehlt – es wird etwas gekauft, das genauso oder ähnlich bereits im Schrank hängt.
- Manchmal sind es „faule“ Kompromisse, die wir zuvor bei einem Kauf gemacht haben und suchen weiter nach dem idealen Teil.
- Oft wird gekauft, weil etwas sooo schön ist – und nicht weil wir es tatsächlich brauchen oder überhgaupt genug Anlässe dafür haben.
Was bringt Dir der schönste flauschige trendige Kuschelpullover, wenn Du ins Schwitzen kommst oder es höllisch kratzt.
Muss es tatsächlich das 4. Cocktailkleid sein muss, obwohl Du nur eins wirklich brauchst.
Oder 10 Paar High Heels, obwohl der Hallux bei jedem Schritt schmerzt.
Egal wie schön ein Teil ist, wenn Du es nicht trägst, verschönert es nicht DICH – sondern nur den Kleiderschrank ;).
Dopplungen rauben Platz und bringen keine Abwechslung. Daher überlege genau wie viele Teile Du in welcher Kategorie hast und tatsächlich brauchst!
4. Du hast Kleidung in 5 Größen im Schrank.
Beim Garderobencheck mit Kundinnen finde ich regelmäßig Kleidungsstücke, die viel zu klein sind: “Da möchte ich wieder reinpassen.“ Oder viel zu groß: “Falls ich wieder zunehme.“
Es ist völlig in Ordnung sich ein paar Highlights solcher Kategorien aufzuheben. Allerdings reichen 1 – 2 Teile/Outfits dieser Kategorien.
Konzentriere Dich vor allem auf das JETZT.
„So wie ich bin – bin ich gut.“
Und falls Du abnimmst oder zunimmst, kaufe Dir dann die Kleidung, die Dir ein Wohngefühl gibt.
5. Emotionale Gründe warum das Aussortieren schwer fällt.
Hast Du viele Erinnerungsstücke im Kleiderschrank? “Das habe ich zum Abiball meiner Tochter getragen – das kann ich einfach nicht weggeben“. Oder das eigene Abi-Shirt, der tolle Hut aus dem Italien Urlaub vor 15 Jahren, die erste selbst gekaufte Ledertasche, die Bluse vom Heiratsantrag.
All diese Kleidungsstücke sind mit Erinnerungen verknüpft und ich kann nachvollziehen, man diese nicht leichtfertig weggeben möchten.
Allerdings sammelt sich dadurch zu viel Kleidung im Schrank, die wir letztendlich nicht tragen.
Mein TIPP: Fotoalbum oder Erinnerungsbox.
- Mache Dir ein Foto des Kleidungsstücks und lege ein spezielles Erinnerungsalbum an. Sie kannst Du auch weitere Bilder des Urlaubs, des Verlobungsrings, der Abizeitung etc. dazu nehmen.
- Lege eine „Erinnerungskiste“ an. So eine habe ich – und dort befindet sich u. a. mein erstes Ballettkleid als ich 3 Jahre alt war.
6. Das war so teuer – dafür habe ich gespart.
Auch teure Kleidungsstücke und Accessoires haben „ihre Zeit“. Irgendwann werden sie nicht mehr getragen / genutzt und nehmen in im Kleiderschrank viel Platz weg.
Es gibt inzwischen viele Secondhand Geschäfte, die sich auf Designerkleidung spezialisiert haben. Sowohl Online und auch in vielen Städten. So findet die erste Designertasche, der wunderschöne Kaschmirpullover, die schöne Seidenbluse oder der Seidenschal eine neue Besitzerin. Blogbeitrag „Wohin mit aussortierter Kleidung?
Nun kennst Du 6 Gründe, warum sich ein Kleiderschrank füllt – mit nichts anzuziehen.
Hast Du Dich im ein oder anderen Punkt wiedererkannt?
Nun ist der richtige Zeitpunkt für eine Bestandsaufnahme und Loslassen / Ausmisten.
Lies dafür auch meine 10 Tipps für den Garderobencheck.
Du hast Sorge, dass Du das ein oder andere aussortierte Teil vermissen wirst? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das passiert selten. Und wenn doch ist das nicht schlimm. Trends wiederholen sich zwar ca. alle 20 Jahre, doch sie werden immer neu interpretiert. Mit besseren Materialien, innovativen Schnittführungen – und auch Du hast Dich weiterentwickelt und verändert.
Ab jetzt kaufe nur, was wirklich zu Dir passt und Dir vielseitige Kombinationsmöglichkeiten schenkt.
Ich wünsche Dir viel Freude mit deinem zukünftigen Kleiderschrank – voller Lieblingsstücke!
Herzlichst
Sonja Garrison
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Wir kennen uns noch nicht? Ich bin Sonja Garrison und unterstütze vor allem Frauen auf dem Weg zu einem Stil, der wirklich zu ihnen passt. Ich bringe Ordnung in Kleiderschränke und gebe Sicherheit im Modedschungel.
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Bildquellen: Adobe Stock und Sonja Garrison, Stilberatung.


