Du hast bestimmt schon mal ein Outfit an einer Kollegin, Freundin oder Schauspielerin gesehen das umwerfend schön aussah und dachtest:
„Das muss ich haben!“
Du hast recherchiert, das Outfit gefunden, es anprobiert und musstest feststellen „an mir sieht das total bescheuert aus!“.
Woran das liegt und wie Du Outfits und einen Stil findest der zu Dir passt, all das verrate ich Dir in diesem Blogbeitrag.
„Warum steht Dir das und mir nicht?“
Dass ein Outfit an Dir seltsam aussieht, das kann einerseits an der falschen Farbe liegen, die Dich fahl und blass aussehen lässt.
Auch die Länge und Schnittführung des Kleidungsstücks kann ungünstig sein.
Und es kann am Stil und dem Image liegen, das nicht zu Deiner Persönlichkeit und der gewünschten Wirkung passt.
Du hast Deine eigene Persönlichkeit und Du bist anders als die Kollegin, Freundin oder Schauspielerin, andere Du ein Outfit gesehen hast. Deshalb kann die Stilrichtung für Dich, eine ganz andere sein.
Stilikonen wie Coco Chanel, Marlene Dietrich, Victoria Beckham haben im Lauf des Lebens ihren unverwechselbaren Stil entwickelt. Ihr Stil reflektiert Persönlichkeit und ist zeitlos.
Mit meinen Tipps wirst Du Deinem eigenen Stil ein Stück näher kommen.
Den eigenen Stil finden – die ersten 5 Schritte:
1. Dein Stil und Deine Persönlichkeit
Wer bin ich – was macht mich aus? Unsere Persönlichkeit, unsere Eigenschaften, das was wir ästhetisch finden, was wir mögen, wie wir leben, unser Umfeld, unser Beruf. All dies sendet mir als Stilberaterin Signale um dem Stil meiner Kundinnen und Kunden auf die Spur zu kommen.
„Ich möchte meinen eigenen Stil finden“. Das setzt also voraus, sich damit auseinanderzusetzen, WER WIR SIND.
Und wir entwickeln uns im Leben weiter. Deshalb kommt der Moment im Leben an dem wir spüren: Das passt einfach nicht mehr zu mir!
Nimm Dir einen Notizblock und schreibe auf, welche Eigenschaften Dich ausmachen:
„Sensibel, extrovertiert, lebendig, ruhig, strukturiert, romantisch, pragmatisch, naturverbunden, zielstriebig, chaotisch, ordentlich, …“
Es geht sicher nicht darum, jede Eigenschaft nach außen zu tragen. Zumal man verschiedene Anlässe hat und dabei in „Rollen“ schlüpft oder unterschiedliche Facetten zeigen möchte. Doch mit dem Bewusstsein für Deine Eigenschaften wirkt Dein Look nicht wie eine Verkleidung.
2. Kenne Deine idealen Farben und Schnittführungen
Immer wieder locken neue tolle Kollektionen. Plötzlich ist Lila und Plisseé angesagt, Midiröcke lösen Miniröcke ab und Animalprints finden wir in allen Varianten.
Damit Du den Überblick behältst, finde heraus was Dir steht. Welche Silhouetten passen zu Deiner Figur und welche Längen sind vorteilhaft? Welche Farben bringen Deinen Teint zum Strahlen und welche lassen ihn fahl erscheinen? Auch Materialien und Muster sollten Dich unterstützen und nicht wie eine Verkleidung wirken. Das Wissen, was Dir steht, gibt Sicherheit und hilft im Modedschungel den Überblick zu behalten.

3. Inspiration durch Modevorbilder und ein Moodboard
Auch ein Modedesigner steht nicht jeden Morgen mit einer Fülle an neuen Ideen im Kopf auf.
Es gibt Kreativitätstechniken die helfen. Eine dieser Techniken ist das Moodboard. Innenarchitekten und Dekorateure nutzen es beispielsweise für die Raumgestaltung und erarbeiten so ein Konzept. Man sammelt Bilder von Farben, Stilen, Materialien und kommt so Stück für Stück zu seinem Konzept für das neue Wohnzimmer – und dem eigenen (Mode) Stil.
Los geht’s:
- Suche Dir aus Katalogen, Magazinen etc. Bilder aus, die Dich ästhetisch ansprechen. Das können ganze Outfits sein, einzelne Kleidungsstücke und Accessoires, auch Bilder von Architektur, Landschaften. All diese Bilder transportieren Botschaften für den Stil.
- Klebe diese Bilder auf ein Blatt Papier und lasse Dich für zukünftige Looks inspirieren.
Wer es digital mag, kann sich bei Pinterest ein Board anlegen.
Looks die Dir gefallen musst Du nicht eins zu eins kopieren. Lasse deinen persönlichen Geschmack einfließen und tausche Elemente aus, die Dir nicht gefallen oder nicht stehen. So gibst Du den Looks Deine eigene Note.
4. Bestandsaufnahme der Garderobe.
Nun geht es an den Kleiderschrank. Vergleiche die Kleidung mit den Ergebnissen aus dem Moodboard.
Was ist anders?
- Farben
- Silhouetten
- Muster / Aufdrucke
- Materialien
- Wohlfühlfaktor
- „Bin ich das?“
Sortiere aus, was sich fremd anfühlt. Versuche mit den verbliebenen Kleidungsstücken Looks aus dem Moodboard nachzustylen. So merkst Du schnell, welche Kleidungsstücke, Accessoires und Details fehlen und kannst diese bewusst kaufen.
5. Finde Deine Outfitformel
Nach und nach werden bestimmte Kleidungsstücke, Farben, Muster oder Accessoires immer wieder in deiner Garderobe auftauchen. Wie ein roter Faden ziehen sich diese durch Deinen Schrank.
Dieser Wiedererkennungswert / Markenzeichen oder auch Outfitformel ist sehr wertvoll und nicht langweilig. Denn Deine Signature-Basics kannst Du nach Bedarf durch passende Trends ergänzen und abwechslungsreich gestalten. Eine Stammkundin sagte neulich „Sonja, Du hast immer roten Nagellack und trägst im Winter fast nur Röcke und Kleider. Und alles ist immer so schön farblich aufeinander abgestimmt.“
Was könnte zu deinem Markenzeichen werden?
Hast Du ein Hut- oder Brillengesicht? Magst Du auffälligen Schmuck, eine bestimmte Farbe? Dann setze diese immer wieder in deinen Outfits ein.
Den eigenen Stil finden – das ist ein Prozess.
Hast Du einmal den Anfang gemacht, wird es immer leichter. Denn mit jedem Neukauf zieht ein Kleidungsstück mehr ein, das eine aufeinander abgestimmte Garderobe ermöglicht.
Und wenn Du bereits eine Stilberatung gemacht hast, dann hilft Tipp 1 (Eigenschaften) und das Moodboard aus Tipp 3, um sich immer wieder aufs Neue zu reflektieren und frischen Wind in den Stil zu bringen.
Sei offen für Neues, experimentiere – sieh es als spannende Stil-Reise.
Herzlichst
Sonja Garrison

